Willkommen in der Welt von Jim Knopf

Wer Jim Knopf kennt, vergisst ihn nicht und kehrt auch nach mehr als fünfzig Jahren noch gerne in seine Welt zurück. Und wer ihn gerade erst kennenlernt, dem kommt es vor, als hätte er auf einmal einen neuen Freund. Einen, den man immer wieder besuchen kann und mit dem man sich jedes Mal fühlt, als hätte man sich erst gestern getrennt – auch wenn man sich schon eine ganze Weile nicht gesehen hat. Deshalb ist es bei den Geschichten rund um Jim Knopf nicht so wichtig, für wen sie geschrieben wurden. Michael Ende, der sie erfunden hat, hat sie für all die gedacht, die gar nicht immer so ganz genau wissen, wie alt sie sind. Für all diejenigen ist Jim Knopfs Welt genau das richtige Ziel für eine Reise ins Abenteuer.

Jim Knopf wohnt auf der Insel „Lummerland“, und an den meisten Tagen ist Jim glücklich, dass er damals, als er in einem Paket durch die Weltgeschichte geschickt wurde, ausgerechnet auf Lummerland gelandet ist. Dort gibt es so ziemlich alles, was man sich wünschen kann: zwei Berge, ein Schloss, eine Einbahnstrecke und vor allem den Kaufladen von Frau Waas.

An manchen Tagen aber ist das mit dem Glücklichsein nicht ganz so einfach. Da fällt Jim nämlich auf, dass es auf einer so kleinen Insel ganz schön eng werden kann. Vor allem, wenn man Abenteuer erleben will und in sich so eine kribbelnde Art von Sehnsucht verspürt. Zum Glück hat Jim den besten Freund, den ein Kind überhaupt nur haben kann: Lukas den Lokomotivführer. Lukas fürchtet sich nämlich vor nichts, und deshalb sagt er zu Jim, wenn dem gerade das ganze Lummerland zu klein ist: „In Ordnung, mein Junge. Los geht’s.“ Und dann steigen die beiden in ihre Lokomotive Emma und machen sich auf zu einem neuen Abenteuer. Wie sie mit ihrer dicken Emma auf Fahrt gehen können, wo doch Lummerland ringsum von Wasser umgeben ist?

Nun, das können wir euch auf unserer kleinen Website unmöglich alles erzählen. Das ist wie mit Lummerland: Es passt irgendwann nichts mehr drauf, also müsst ihr auf Fahrt gehen und es selbst lesen, hören, erleben und erforschen.

Andernfalls wäre es ja auch kein Abenteuer!

Copyright Illustrationen: Thienemann Verlag

Die Figuren

Erfahre mehr über Jim Knopf und seine Freunde, indem du auf ihr Foto klickst!

Jim Knopf

Jim Knopf

Jim ist als Baby in einem Postpaket nach Lummerland gekommen und wohnt seitdem im Haus von Frau Waas. Von Frau Waas hat Jim auch seinen Namen bekommen: Weil er beim Herumstrolchen immer wieder seine Hose zerreißt, hat sie an diese Stelle einfach einen Knopf genäht.

Lukas

Lukas

Lukas ist Lokomotivführer und Jims bester Freund, seit sie sich zum ersten Mal begegnet sind. Zusammen mit der Lokomotive Emma erleben sie jede Menge Abenteuer.

König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte

König Alfons

Nicht irgendein König Alfons, sondern Alfons der Viertel-vor-Zwölfte, weil er nämlich um Viertel vor zwölf geboren worden ist. König Alfons wohnt in einem Schloss zwischen den zwei Bergen und herrscht über Lummerland.

Frau Waas

Frau Waas

Frau Waas ist nicht nur die netteste Frau von ganz Lummerland, sondern auch die einzige. Sie wohnt in einem Haus mit einem Kaufladen, in dem es alles gibt. Manchmal tut ihr das Herz weh, weil sie Jim so sehr liebhat. Dann muss sie ganz schnell mit Jim durch die Stube tanzen oder für alle Lummerländer einen Kuchen backen, damit der traurige Gedanke davonsaust.

Herr Ärmel

Herr Ärmel

Viel gibt es über Herrn Ärmel nicht zu sagen, aber das bedeutet nicht, dass man ihn nicht vermissen würde, wenn er auf einmal nicht mehr da wäre. Herr Ärmel ist Untertan und seine Aufgabe ist es, sich regieren zu lassen, und das ist alles andere als unwichtig, denn wenn König Alfons niemanden zu regieren hätte - wozu säße dann er dann mit seiner Krone im Schloss?

Prinzessin LiSi

Prinzessin LiSi

Zu einer Geschichte gehören natürlich nicht nur Drachen und Piraten, sondern auch eine richtige Prinzessin. LiSi ist die Tochter des Kaisers von Mandala, und sie ist so schlau, dass Jim in keinem einzigen Spiel gegen sie gewinnen kann. Wenn es darauf ankommt, beweist Jim ihr jedoch, dass auch er nicht auf den Kopf gefallen ist.
Frau Mahlzahn

Frau Mahlzahn

Sie hat nur einen Zahn im Maul, und ist dennoch der gefürchtetste Drache weit und breit: Frau Mahlzahn, die Kinder nicht leiden kann und gemeinsame Sache mit den Piraten von der Wilden Dreizehn macht. Jim und Lukas aber gehören bekanntlich nicht zu den Leuten, die sich Angst einjagen lassen.

Herr TurTur

Herr Tur-Tur

Jemanden wie Herrn Tur-Tur kennt ihr sicher auch: Er ist eigentlich ein netter Kerl, mit dem man allerhand erleben könnte, und wünscht sich nichts mehr als Freunde, aber er ist immer allein. Warum das so ist, erfahrt ihr in der Geschichte – und wer weiß, vielleicht wollt dann ja sogar ihr Herrn Tur-Turs Freunde sein?

Nepumuk

Nepumuk

Im Grunde hat Nepomuk alles, was ein Drache zum Glück braucht: scharfe Zähne, schillernde Schuppen und einen eigenen feuerspeienden Vulkan. Weil aber seine Mutter ein Nilpferd war, schließen die reinrassigen Drachen ihn aus und niemand fürchtet sich vor ihm. Ob Jim und Lukas ihm da behilflich sein können?

 

Die Entstehungsgeschichte von Jim Knopf

Michael Ende hatte sein erstes Buch zu schreiben begonnen, weil ihn ein früherer Mitschüler gebeten hatte, ihm doch einen kurzen Text für ein Bilderbuch zu erstellen. Michael Ende setzte sich an seinen Schreibtisch und schrieb ohne jeden Plan einen einzigen Satz – jenen berühmten ersten Satz aus Jim Knopf, den wir alle kennen:

„Das Land, in dem Lukas, der Lokomotivführer lebte, war nur sehr klein.“

Von diesem ließ er sich zum nächsten Satz treiben, von einem Einfall zu einem weiteren, ohne sich je zu fragen, was auf der nächsten Seite, im nächsten Kapitel oder gar am Ende geschehen sollte. Er überließ der Geschichte die Führung, und es war seine eigene Neugier, die ihn Tag für Tag an den Schreibtisch trieb. Über die Begrenzung für einen Bilderbuchtext wucherte das Manuskript rasch hinaus und besaß, als es fertig war, stolze fünfhundert Seiten.

„So entdeckte ich das Schreiben als Abenteuer“, erzählte Michael Ende.

Vielleicht hört er ja gerade deshalb nicht auf, uns zu überraschen – weil er den Mut hatte, sich selbst zu überraschen. Das Paket, das auf der Insel Lummerland eintrifft, packen wir bis heute mit Staunen aus, weil auch der, der es für uns einpackte, sein Autor Michael Ende, beim Öffnen staunte. Statt sich mit gerecktem Zeigefinger vor uns aufzubauen, stellt er sich voller Aufregung uns zur Seite, wenn wir den Deckel aufklappen, denn er weiß genauso wenig wie wir, was sich dahinter verbirgt.

„Am Ende dieser Geschichte waren wir alle ein bisschen bessere Menschen.“ So schrieb ein Kritiker der Welt im August 1960, als Michael Endes Roman Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer erstmals erschien. Bis heute teilen viele von uns, die in die Geschichte zum ersten, zweiten oder mit ihren Enkeln zum dritten Mal eintauchen, dieselbe Empfindung: Wir haben etwas erlebt, das wir nicht erwartet haben, wir sind über die Landesgrenzen unserer engen Inselwelt hinausgeführt worden und fühlen uns ein bisschen besser, ein bisschen freier, ein bisschen klüger, ohne dass jemand uns belehrt hätte. Jim Knopf gewann den Deutschen Jugendbuchpreis, wurde in über dreißig Sprachen übersetzt und sollte sich in mehr als fünfzig Jahren millionenfach verkaufen.

 

Die Illustrationen

Wenn ihr die Augen schließt, hat ihr sicherlich ein ganz bestimmtes Bild von Jim, Lukas und all ihren Freunden vor Augen. Die einzigartigen und unverwechselbaren Illustrationen von Michael Endes Figuren haben wir Franz Josef Tripp zu verdanken. Mit Tusche und Feder machte er sich 1960 ans Werk, als er von Lotte Weitbrecht, der damaligen Verlegerin des Thienemann Verlags, den Auftrag erhielt, Michael Endes Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer zu illustrieren. Auf den ersten Band folgte der zweite, und viele Jahre später, zum 55. Geburtstag von Jim Knopf, erschienen beide Bände auch in Farbe – koloriert von dem Illustrator Mathias Weber.

Foto-Copyright: Thienemann Verlag

 

Bei manchen Geschichten genügt es nicht, sie zu lesen ...

Mit der neuen Hörbuch-Edition können auch wir uns Michael Endes Geschichten jetzt vorlesen, mit Verve und Leidenschaft erzählen lassen, wie der Autor es liebte. Und wenn wir wollen, können wir dabei unter eine Decke kriechen, die Augen schließen und den Atem anhalten, während die Abenteuer von Jim Knopf und seinem großen Freund Lukas vor unseren Ohren Fahrt aufnehmen.

Der mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Schauspieler Christoph Maria Herbst, von dem wir sicher sind, dass Michael Ende ihn gemocht hätte, hat Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer in ungekürzter Fassung auf sechs CDs eingelesen und liefert damit eine ideale Ergänzung zum Buch. Die Hörbuchausgabe bietet uns die Möglichkeit, die Geschichte wieder- oder auch ganz neu zu entdecken, am besten mit der gesamten Familie, wie es beim Vorlesen Tradition ist. Die Tür wird verriegelt, das Handy ausgeschaltet, und die Zeit steht still. Man möchte sich zurücklehnen, man möchte sich überraschen und betören lassen, man möchte zuhören ...

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Jim Knopf goes to Hollywood

Wortwörtlich trifft das zwar nicht zu, aber mit Regisseur Dennis Gansel und Produzent Christian Becker haben Jim, Lukas und die illustre Schar ihrer Gefährten den Sprung auf die große Leinwand gewagt. Die beiden Freunde, die sich vor nichts fürchten und denen kein Abenteuer gefährlich genug ist, machen sich ab dem 29. März 2018 auf, unsere Kinos auf den Kopf zu stellen und dabei von der kleinen Schwester bis zum Urgroßvater zahllose alte und neue Fans zu erobern.

Gespart haben die Produktionsgesellschaften Rat Pack und Malao weder Kosten noch Mühen, um den Liebling von Generationen so fulminant in Szene zu setzen, wie er uns aus den Buchseiten entgegenspringt. Im Filmpark Babelsberg entstand nicht nur ganz Lummerland samt seiner Berge, Tunnel und Frau Waas’ Kaufmannsladen, sondern eine komplette Vulkanlandschaft, aus der die Stimme Shirley MacLaines uns als Drachenfrau Mahlzahn entgegengrollt. Gedreht wurde außerdem in Bayern und Kapstadt, und für die Besetzung der beliebten Figuren konnte eine Reihe hochkarätiger Stars gewonnen werden.

Wir dürfen gespannt sein! Laden wir die Familie ein, kaufen eine Großpackung Popcorn und lassen uns mit sämtlichen Sinnen verführen.

 

 

Rund um den Film

 

In der Bavaria Filmstadt in München, einem beliebten Ausflugsziel für die ganze Familie, wird ab Ostern 2018 ein komplettes Filmset bestehend aus dem Vulkan und der Lokomotive Emma zu den Attraktionen zählen. In der Filmstadt-Führung könnt ihr dann einen Blick hinter die Original-Kulissen werfen.

Die von König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte regierte Insel Lummerland könnt ihr ebenfalls ab Ostern im Filmpark Babelsberg in Potsdam bestaunen. In der Backlot-Tour erfahrt ihr alles über die Babelsberger Filmhistorie, und als neues Highlight präsentiert der Filmpark Babelsberg die Außenkulisse von Lummerland.

Ab dem 24. März sorgen Jim und Lukas im Europapark in Rust für viele spannende Zugfahrten. Die beiden laden die Fahrgäste auf eine spannende, dreiminütige Zugfahrt mit Emma quer durch Lummerland ein.

Emma kann aber sogar durch euer heimisches Wohnzimmer rattern: Mit der Märklin-Eisenbahn nach dem Vorbild von Emma sowie Jim, Lukas und Molly könnt ihr euch Lummerland auch nach Hause holen.

 

Augsburger Puppenkiste

„Eine Insel mit zwei Bergen und im tiefen weiten Meer, mit viel Tunnels und Geleisen und dem Eisenbahnverkehr.“ Beim Lesen dieser Zeilen gibt es wohl kaum jemanden, der nicht sofort die beliebte Melodie der Augsburger Puppenkiste mitsummt. Die Augsburger Puppenkiste verfilmte in den Jahren 1961 und 1962 in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk beide Jim Knopf-Bände für die ARD, 1976 und 1977 wurden die Bücher in Farbe neuverfilmt. Im bekanntesten deutschen Marionettentheater gehört Michael Endes Jim Knopf also seit mehr als fünfzig Jahren zu den Stars.

 

Düsseldorfer Marionettentheater

Für alle Lummerland-Fans ist auch das Düsseldorfer Marionettentheater seit vielen Jahren ein Muss: Dort bildet Michael Endes Werk mit Stücken wie Die unendliche Geschichte, Der Wunschpunsch und Momo einen Schwerpunkt, und natürlich darf auch Jim Knopf nicht fehlen. Vor rund hundert Zuschauern erweckt das professionelle, fünfköpfige Spielerensemble die Figuren zum Leben.

Foto-Copyright: Hessischer Rundfunk

 

Phantastischer Realist – Poet voller Weltenhunger

Michael Ende schrieb seine Geschichten für Menschen jeden Alters.

Es erschien ihm sinnlos, das Leben durch eine Grenzlinie in zwei Hälften zu teilen – Kindheit hier, Erwachsenenalter da –, wo doch die Übergänge fließend und oft kaum zu erkennen sind und etwas Kindliches in uns allen fortlebt. Für Michael Ende spielte keine Rolle, ob seine Leser jung oder alt, männlich oder weiblich, Physikprofessoren oder Straßenkehrer waren, in welchem Teil der Erde sie lebten oder welchen Völkern sie entstammten. Wer Ende liest, braucht keinen Qualifikationsnachweis, sondern muss sich das Staunen bewahrt haben, die Absichtslosigkeit und das magische Denken. Er muss unverbrüchlich daran glauben, dass unsere Welt mehr für uns bereithält als das, was man zählen, messen und wiegen kann. Diese verborgene, verletzliche Ebene des Menschseins wollte er mit seinen Geschichten berühren. Und damit trifft er seine Leser bis heute mitten ins Herz.

Zwischen Phantasie und Wirklichkeit mochte Ende so wenig unterscheiden wie zwischen Humor und Ernst, zwischen Poesie und dem „wahren Leben“. Bei ihm geht eines ins andere über, mischt sich, treibt ein Spiel miteinander und zieht den Leser in seinen Tanz mit hinein. Deshalb gibt es in seinen Geschichten immer alles zugleich, und jeder von uns ist frei, seinen eigenen Zugang zu finden: Der eine lässt sich von der Magie und den unzähligen Facetten seiner Welten verzaubern, der zweite verliert sein Herz an die liebenswerten, unverwechselbaren Figuren. Wieder ein anderer fiebert bei jedem Abenteuer mit, lacht über Endes natürlichen Witz, lässt sich von seinem Charme und seiner Wärme verführen und fühlt sich am Ende ein wenig klüger und stärker, weil Ende in jede seiner Geschichten seine Lebenserfahrung und den Reichtum seiner Gedanken einfließen ließ.

Um Michael Ende zu lesen, bedarf es keiner Gebrauchsanweisung. Was wir dazu brauchen, ist einzig unsere Neugier, die Ende auch sich sein Leben lang nicht nehmen ließ. So wie er sich immer wieder überraschte, überrascht er auch uns beständig aufs Neue, solange wir unsere Türen offenhalten und keine Angst haben, uns dort berühren zu lassen, wo wir ganz wir selbst sind.